Bitte haben Sie einen Augenblick Geduld! Ihre Suchanfrage wird bearbeitet.


Lade...

[Abbrechen]
  • Verzeichnis

    Im Klimamensch-Verzeichnis finden Sie Hersteller und Anbieter von klimafreundlichen Produkten.

  • Magazin

    Im Magazin finden Sie Artikel und Partnerbeiträge zu klimarelevanten Themen.

  • Service + Shop

    In unserem Shop finden Sie klimafreundliche Produkte, einen Co2-Rechner und Energiespartipps


  Händlersuche
Verzeichnis
Magazin
Shop + Service


  Magazin

Klimafreundlicher Neubau mit Holz
Massivholzhäuser
Gesund wohnen und leben
Beim Neubau Umwelt und Geldbeutel schonen
Wohnqualität und Klimaschutz
Klimafreundliche und nachwachsende Dämmstoffe
Klimaneutraler Wärmeschutz
Klimafreundliche Dämmung
Endspurt zum dichten Dach
Hochwertige Dachdämmung schont Klima und Haushaltskasse
Holztüren und -fenster
Innenwände mit klimafreundlichen und nachhaltigen Rohstoffen
Klimafreundliche Fußböden
Klimafreundlich Heizen und Lüften
Lüften und Fenster
Einfamilienhaus als Kraftwerk
Das Kraftwerk im Keller
Hinweis zum Strom sparen
Fußbodenheizungen sind Sparkünstler
Klimafreundlich Heizen mit Holz
Heizen mit der Energie der Wälder
Klimafreundliche Technologien - der Staat heizt mit
Solarenergie - Photovoltaik
Was ist Photovoltaik?
Lebensdauer
Netzgekoppelt oder Insel
Photovoltaik in Deutschland
Kosten
Netzparität
Hersteller
Installateure / Energieberater
Aktuelles / Beiträge
Solarenergie - Solarthermie
Was ist Solarthermie?
Lebensdauer
Einsatzmöglichkeiten
Kollektoren
Pufferspeicher
Voraussetzungen
Kosten und Erträge
Installateure / Energieberater
Aktuelles / Beiträge
Solar Nachrichten
Wärmepumpen und Klimaschutz
Förderungen
Aktuelles

Innenwandgestaltung mit klimafreundlichen und nachhaltigen Rohstoffen

Wandheizung und Schilfrohr als Untergrund für Lehmputz

Nachwachsenden Rohstoffe wie Holz oder Hanf, oder nahezu unbegrenzt verfügbare mineralische Rohstoffe wie Lehm, Sand oder Kalk, schonen unsere Umwelt und tragen zu einem zu einem gesunden Innenraumklima im Schlaf- und Wohnumfeld bei. Sie werden in der Regel ohne unnötigen Energieeinsatz gewonnen und verarbeitet und können problemlos wieder in den Naturkreislauf zurückgeführt werden. Nachhaltige Produkte mit einem hohen Anteil an nachwachsenden und möglichst CO2 neutralen Rohstoffen zeichnen sich ebenso vorbildlich durch ihre Umwelt- und Klimafreundlichkeit und ihre Gesundheitsverträglichkeit aus.

Ein gesundes Innenraumklima

Einflussfaktoren für ein gutes Innenraumklima sind Faktoren wie Luftfeuchte, Oberflächen- und Lufttemperatur, Luftbewegung, das Elektroklima (elektrostatische Aufladung, elektrische und elektromagnetische Felder, Ionisation, elektrisches und magnetisches Gleichfeld), Licht- und Farbverhältnisse, die Zusammensetzung der Luft, der Geruch, die toxische Situation, das akustische und optische Raumgefühl und Mikroorganismen.

Nachwachsende Rohstoffe sorgen in Kombinationmit mineralischen Naturbaustoffen, insbesondere Kalk und Lehm, bezogen auf die o.g. Faktoren für ein gesundes Raumklima. Oberflächen aus Kalk, Lehm, Holz oder Schafwolle haben sogar die Eigenschaft, Raumluftschadstoffe abzubauen. Natürliche Materialien sind für ihre schönen und angenehmen Oberflächen, ihre Strapazierbarkeit, ihre Gesundheits- und Umweltverträglichkeit, ihre feuchteausgleichende Wirkung, ihre gute Entsorgbarkeit und geringen elektrostatischen Aufladungswerte bekannt.

Und dennoch werden nach wie vor Stoffe, deren Gesundheitsrisiko bekannt und wissenschaftlich belegt ist, verarbeitet. Die Auswirkungen haben sich zu einem volkswirtschaftlichen Sanierungsproblem hinsichtlich Mineralfasern, Asbest, Holzschutzmitteln, PCB-haltigen Dichtstoffen und Schimmel entwickelt. Außerdem hat die Verwendung von Dämmstoffen, Putzen und Farben auf Basis fossiler und mineralischer Rohstoffe in Verbindung mit dem übermäßigen Abdichten von Fenstern und Türen zur Einsparung von Heizenergie dazu geführt, dass in der Innenraumluft und im Hausstaub immer mehr Risikostoffe in Form von synthetischen Verbindungen, kleinteiligem Feinstaub sowie Schimmel und Bakterien beobachtet werden. Besonders Risikogruppen wie Kleinkinder, chronisch Kranke und alte Menschen halten sich zum Teil über 90 % des Tages in Innenräumen auf. Hier ist besonders auf die Qualität der Luft durch ausreichende Lüftung und Auswahl der Baustoffe und Einrichtungsgegenstände zu achten. Jedoch werden weiterhin Stoffe, deren Gesundheitsrisiko bekannt und wissenschaftlich belegt ist, verarbeitet. Die Auswirkungen haben sich zu einem volkswirtschaftlichen Sanierungsproblem hinsichtlich Mineralfasern, Asbest, Holzschutzmitteln, PCB-haltigen Dichtstoffen und Schimmel entwickelt.

Sehr von Bedeutung für ein gutes Raumklima ist die Zusammensetzung der Putze, Grundierungen und Farben. Putzmaterialien aus Lehm, Reinsilikat, Gips, Zement oder Kalk sind mehr oder weniger offenporig und diffusionsfähig. Die optimale Putz- und Farbkombination sollte wasserdampfdurchlässig sein, so dass die Innenraumfeuchte reguliert wird. Ein reiner Kalkputz oder auch ein Lehmputz sind für Wohnräume am besten geeignet, weil sie die Feuchte, bei Bedarf, auch schnell wieder an die Raumluft abgeben. Durch Kunststoffzusätze im Putz oder in der Farbe wird dieses ?Feuchteausgleichsverhalten? eingeschränkt. Ebenso können kunststoffvergütete Grundierungen oder Anstriche auf Untergründen solch eine feuchteregulierende Eigenschaft verschlechtern. Sie wirken dann möglicherweise dampfbremsend, so dass weniger Luftfeuchtigkeit aufgenommen wird und zwischengepuffert werden kann.
 

Lehm - der Baustoff aus der Vergangenheit für die Zukunft

Die Verwendung von Lehmputz zählt zu den ältesten Bautechniken der Menschheit, da der Baustoff weit verbreitet, leicht verfügbar und einfach zu verarbeiten ist. Rund 30% der Weltbevölkerung vornehmlich in der Dritten Welt wohnen in Gebäuden aus Lehm. Wegen der energiesparenden Gewinnung, der Verfügbarkeit und der positiven Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit (wärme- und schalldämmend, feuchteregulierend, schadstoffaufnehmend und recyclingfähig) ist der Baustoff Lehm seit Ende des 20. Jahrhunderts verstärkt in das Zentrum der Aufmerksamkeit von Bauherren, Architekten und Innenausstattern geraten.

Lehmputz besteht aus Ton, Sand und Schluff (Feinstsande). Er härtet durch die besonderen strukturellen Eigenschaften des Tons allein durch Verdunstung von Wasser und haftet durch mechanische Verkrallung am Untergrund. Die feinen plättchenförmigen Tonbestandteile wirken dabei als Verbund beziehungsweise als ?Klebstoff?. Die hohe Bindekraft des Lehms, welche er als Rohstoff bereits aufweist, kann zusätzlich durch die Beigabe von Pflanzenstärke und Fasermaterial (Stroh, Schilf, Pferdedung, Zellulose) verbessert werden. Wie bei anderen Baustoffen (beispielsweise Kalk- oder Gipsmörtel, Beton) sorgt eine ausgewogene Sieblinie für eine widerstandsfähige, harte Oberfläche von hoher Festigkeit. Bei geeigneter Verarbeitung ist der Einsatz von Lehmputz selbst in Badezimmern außerhalb des Spritzwasserbereiches möglich. Lehmputze sind daher in der Regel ohne chemisch synthetische Inhaltsstoffe und aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. 

In Verbindung mit der Eigenschaft des Lehmputzes, sehr viel Feuchtigkeit aufzunehmen (bis zu neun mal mehr als Gips und etwa 30-mal soviel wie ein gebrannter Ziegel) bildet sich ein Klimapuffer an der Wand, der Feuchte aufnimmt und sie bei Bedarf wieder abgibt. Mit Lehmputz im Bad kann man beispielsweise feststellen, dass der Spiegel nach dem Duschen nicht mehr anläuft! Bei Bedarf gibt der Lehm die Feuchtigkeit wieder ab, so dass sich die Luftfeuchtigkeit von selber reguliert. Es wird so ein angenehmes Wohnklima geschaffen, welches optimal für die Gesundheit ist. Lehmputze stehen mit diesen Eigenschaften im Gegensatz zu sogenannten ?filmbildenden? Oberflächen wie Dispersionsfarbe und Latexfarbe, die wenig oder keine Feuchte in dahinterliegende Schichten hindurchlassen.

Wandheizungen mit Lehmputz sorgen für eine optimale Wärmeverteilung im Raum und vermeiden Schleimhautreizungen durch erhöhte Staubverwirbelung, Schwitzwasserneigung durch zu hohe Luftfeuchte, schlechte Akustik durch hohe Schallweitergabe,Wärmebrücken und unbehagliche Luftbewegungen.

Lehm ist besonders in Verbindung mit Holz positiv. Er entzieht dem Holz Feuchtigkeit. Damit können tierische Schädlinge (die mindestens 14 ? 18 % Holzfeuchte brauchen) und Pilze (die mindestens 20 % Feuchtigkeit benötigen) dem Holz nichts anhaben.

Lehmputz ist wasserlöslich. Im Außenbereich ist er damit Einschränkungen unterworfen. In Innenräumen dagegen besitzt der Lehm besonders durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften viele Vorteile gegenüber konventionellem, zementgebundenem Putzmörtel. Lehm ist ein sehr schwerer Baustoff, deshalb kann er auch gut Wärme speichern. Das ist besonders vorteilhaft im Winter, wenn die tiefstehende Wintersonne tagsüber durch das Fenster scheint und die aus Lehmsteinen bestehenden oder mit Lehm verputzten Zwischenwände bescheint. Diese erwärmen sich und geben später die Wärme langsam wieder ab. Somit hilft Lehm beim Energiesparen durch passive Nutzung der Sonnenenergie.

Lehm- bzw. Lehmsteine benötigen zur Herstellung weit weniger Energie als Mauerziegel und schonen so die Umwelt und sind klimafreundlich. Reiner Lehm ist jederzeit und unbegrenzt wiederverwendbar. Trockenen Lehm braucht man nur zu zerkleinern und mit Wasser wieder anrühren, als Bauschutt belastet er nicht die Umwelt. Auch das Reinigen der Werkzeuge ist einfach und spart Energie und Wasser.


Kalkputz


Kalk wurde bereist vor über 10.000 Jahren als Mörtel eingesetzt. Kalk hat eine desinfizierende Wirkung und beugt somit auf natürliche Weise Schimmelbildung vor. Er ist wasserdampfdurchlässig und wirkt feuchtigkeits- und wärmeregulierend. Die Kalkputze wurden schon immer gerne in Kellergeschossen, Küchen und Feuchträumen verwendet, da sie ein hohes Feuchteaufkommen sehr gut vertragen.

Kalkputz besteht aus dem Bindemittel Kalk und den weiteren Bestandteilen Sand, Kalksteinmehl und gegebenfalls Trass.  Letzteres ist feingemahlener, aufbereiteter, saurer und puzzolanischer Tuffstein. Zusammen mit Kalk bildet es ein hydraulisches Bindemittel, das auch unter Anwesenheit von Wasser abbindet. Bei den angewandten Kalken unterscheidet man zwischen Luftkalk, Wasserkalk, hydraulischer Kalk und hochhydraulischer Kalk. Diese Baukalksorten unterscheiden sich in ihrem Anteil an ungebundenem, löschbarem Calciumoxid. Dieser nimmt vom Luftkalk mit fast 100% zum hochhydraulischen Kalk auf nahezu 0% ab. Die Luft- und Wasserkalke werden für den Innenputz verwendet, hydraulischer und hochhydraulischer Kalk für Außenputze.

Das Calciumoxid nimmt in Putzen und Oberflächenbeschichtungen auf Wänden und Decken das CO2 aus der Luft auf (genannt Carbonatisierung). So entwickelt sich der Kalk in seinen Ursprungszustand nämlich zu Calciumcarbonat bzw. zu Kalkstein zurück. Der Kreislauf schließt sich.  Neben den raumklimatischen Vorteilen haben Kalkputze und -mörtel also gegenüber Zementputzen auch noch ökologische Vorteile. Das bei der Herstellung von Branntkalk aus Kalkstein ausgetriebene CO2 wird beim Abbindeprozess wieder aufgenommen. Die Bilanz ist also ausgeglichen im Gegensatz zu Zementmörteln, die ebenfalls zum größten Teil aus Kalkstein hergestellt werden; hier findet keine CO2-Aufnahme statt. Nicht berücksichtigt ist bei dieser Bilanz allerdings die CO2-Emmision, die zur Gewinnung der Prozesswärme verursacht wird. Die Zementindustrie ist für zirka 4?5 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.


Zellulose- und Baumwollfaserputze

Es handelt sich dabei um Pflanzenfasern (Baumwolle, Leinen, Jute, Zellstoffen und Viskose), vermischt mit farbigen Zuschlägen, welche in Tapetenkleistern eingeweicht und z.B mit einer Glättkelle aufgebracht werden. Diese Putze brauchen keine fossilen Rohstoffen, sind sehr diffusionsoffen, laden sich nicht elektrostatisch auf, haben eine wärmedämmende und schalldämpfende Eigenschaft, gleichen Feuchteschwankungen in der Raumluft sehr gut aus und die  Entsorgung ist problemlos.


Tadelakt ? Glanzputz

Der Tadelakt (gesprochen Tade-lakt, von marokkanisch/berberisch: dellek = kneten, zerdrücken) ist ein antiker marokkanischer Kalkputz. Durch die starke Verdichtung bei der Verarbeitung ergibt sich eine hohe Festigkeit und Wasserbeständigkeit der Beschichtung sowie ein Glanzeffekt.

Entwickelt wurde Tadelakt ? nach mündlicher Überlieferung ? vor mehreren tausend Jahren von Berbern zur Abdichtung von Zisternen. Später wurde er für Hamams, die islamischen Dampfbäder (auch Türkische Bäder genannt), zum hochwertigen Glanzputz weiterentwickelt und anschließend auch für Paläste verwendet.

Tadelakt wird aus einem natürlichen, hochhydraulischen Muschelkalk aus der Region um Marrakesch gewonnen. Bei der Verarbeitung wird Tadelakt mit der Kelle aufgetragen, mit Holzbrettchen und oder Kunststoffspachtel geglättet und anschließend mit (Halbedel-)Steinen (Achat) verdichtet und poliert. Dann wird die Oberfläche noch mit schwarzer Olivenölseife hydrophobiert. Kalk und Seife gehen dabei die chemische Verbindung Kalkseife ein. Die Grundmasse, das Tadelaktpulver, ist hellgräulich und kann mit Farbpigmenten, die in die nasse Masse vor dem Auftragen eingerührt werden, beliebig gefärbt werden. Original marokkanisches Tadelaktpulver wird mit Wasser angerührt und ist dann, luftdicht verschlossen, einige Tage lang verarbeitbar.


Checkliste für eine nachhaltige Innenwandgestaltung

  1. Putze, Farben oder Lasuren auswählen, die keine oder nur wenige Emissionen abgeben.
  2. Auf umwelt- und gesundheitsverträgliche,langlebige und pflegearme Produkte zurückgreifen.
  3. Allergiker sollten die Inhaltsstoffe der angebotenen Produkte prüfen und einen Haut bzw. Geruchstest durchführen.
  4. Untergründe genau prüfen. Auf Ebenheit, Materialart, Festigkeit, Feuchte, Gefahrstofffreiheit bei Plattenwerkstoffen, dunklen Tapeten oder alten Holzverkleidungen (Formaldehyd, Holzschutzmittel, Schimmel etc. ) achten.
  5. Bei der Verwendung von Tapeten auf die Inhaltsstoffe und den Untergrund achten. Da Tapeten auf organischen Inhaltsstoffen basieren, muss auf Wärmebrücken- oder Feuchtegefahren geachtet werden.
  6. Gute Verarbeitbarkeit, Anwendungsbereiche, Langlebigkeit und optimales Preis-Leistungsverhältnis prüfen.
  7. Bei schwierigen Untergründen, Schadstoffverdacht oder Feuchteproblemen sollte ein Bauberater oder Handwerker hinzugezogen werden.
  8. Möglichst sortenreine Putze und Farben, Tapeten, Holz- und Dämmbauteile verwenden. Auf lösemittelfreie/-arme Kleber und auf einen hohen Anteil an nR oder mR ? auch bei erforderlichen Haftbrücken, Spachtelungen und Grundierungen ? achten.
  9. Einheimische Produktion oder Rohstoffgewinnung mit Herkunftszeugnis bevorzugen.
  10. Umweltschutzkriterien bei der Rohstoffgewinnung, dem Transport, der Herstellung, der Verarbeitung, der Nutzung, der Renovierung und der Entsorgung oder Wiederverwendung beachten. (Quelle: Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V.)

Anbieterverzeichnis - Bauen, Wohnen und Heizen