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Klimafreundliche Technologien - der Staat heizt mit

(djd). Heizen mit Öl oder Gas war gestern. Wer heute neu baut oder sein Eigenheim modernisiert, sucht zumeist nach umweltfreundlichen und sparsamen Alternativen. Die Preissprünge der vergangenen Jahre bei fossilen Brennstoffen tun ein übriges dazu, dass immer mehr Immobilienbesitzer über den Wechsel zu den "Erneuerbaren" nachdenken. Und in der Tat: Für das private Heim stehen heute bewährte und umweltfreundliche Technologien zur Verfügung, die auch preislich den Vergleich beispielsweise mit einer modernen Gas-Therme nicht zu scheuen brauchen. Ganz im Gegenteil: Die Anschaffungskosten liegen zumeist auf ähnlichem Niveau. Auf Dauer entlastet das Heizen mit erneuerbarer Energie die Haushaltskasse, da die laufenden Aufwendungen - zum Beispiel bei einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe-Anlage - deutlich niedriger liegen als bei Gas und Öl. Zudem fördert der Staat mit verschiedenen Förderprogrammen den Umstieg.

Holz aus nachwachsendem Anbau

Besonders hoch in der Gunst der Verbraucher liegt heute wieder ein traditioneller Brennstoff, der gerade im waldreichen Deutschland in schier unerschöpflichem Maße zur Verfügung steht: Holz. Es dient immer häufiger dazu, komplette Häuser angenehm zu erwärmen - ganz gleich ob mit einer Scheitholz- oder Pelletanlage. Wenn das Brennmaterial aus kontrolliertem, nachwachsendem Anbau stammt, ist das Heizen mit Holz eine umweltfreundliche Sache - auch unter Aspekten der persönlichen Klimabilanz. Da beim Verbrennen lediglich das Kohlendioxid freigesetzt wird, das zuvor während des Wachstums gespeichert wurde, fällt die Emissionsbilanz vollkommen neutral aus.

Förderprogramme für den Umstieg

Für zusätzliche Anreize sorgen verschiedene Förderprogramme, von denen Hauseigentümer profitieren können - etwa beim Umstieg auf eine Pellet- oder Hackschnitzel-Heizung. In Deutschland beispielsweise wurden nach Angaben des Deutschen Pelletinstituts 2010 rund 15.000 neue Pelletheizkessel installiert. Wer den Umstieg auf das Heizen mit Holz plant, kann dazu Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Besonders interessant: Die Kombination aus Pelletheizung und Brennwerteinheit wird mit einem zusätzlichen Bonus prämiert. Unter www.froeling.de gibt es mehr Informationen zum Heizen mit Holz und zu den aktuellen Fördermöglichkeiten.

Doch nicht nur die staatliche Unterstützung ist reizvoll. Das Heizen mit den Holzschnitzeln ist schon jetzt besonders kostengünstig: Pellets werden rund 40 Prozent billiger als Öl angeboten. Experten prognostizieren, dass dieser Vorsprung in den nächsten Jahren weiter wachsen werde. Gleichzeitig hat sich auch im Heizungssegment etwas getan, denn Pelletfeuerungen gibt es mittlerweile schon preiswerter als Ölheizungen. Um Haus und Brauchwasser alternativ mit Pellets zu erwärmen, müssen Hausbesitzer bei Herstellern wie etwa Kago circa 10.000 Euro investieren - Mehrwertsteuer, Montage und Inbetriebnahme inbegriffen. Das ist weitaus weniger, als man für eine herkömmliche Heizung kalkulieren muss. Unter www.brennstoffderzukunft.de gibt es mehr Informationen dazu.

Holzpellets mit Qualitätssiegel

Wenn die Pelletheizung installiert ist, stellt sich die Frage nach dem geeigneten Brennmaterial. Lokale Anbieter gibt es in großer Zahl, doch Pellet ist nicht gleich Pellet. Um einheitlich hohe Qualitätsstandards zu sichern, hat das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) ein eigenes Gütesiegel entwickelt, das sogar noch strenger ist, als die aktuell gültige EU-Norm. Das unabhängige Qualitätszeichen "ENplus" soll möglichst geringe Emissionen und ein störungsfreies Heizen bei gleichzeitig hohem Brennwert gewährleisten. Eine Übersicht aller zertifizierten Pellethändler in Deutschland, sortiert nach Postleitzahlgebieten, ist unter www.enplus-pellets.de abrufbar.

Neben der Pelletheizung erlebt auch der Kamin derzeit eine echte Renaissance - zum einen, aufgrund seiner dekorativen Eigenschaften, zum anderen, weil mit einem Kamin die Zentralheizung häufiger mal abgeschaltet bleiben kann. Gerade in der Übergangszeit, an kühlen Herbstabenden, reicht oft bereits die wohlige Kaminwärme, um den Wohnbereich und angrenzende Räume angenehm zu erwärmen. Planung und Installation eines Ofens sollte indes stets ein Fachmann übernehmen. Dieser kennt die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Vorschriften und kümmert sich auch um die Abnahme der Anlage. Adressen von örtlichen Betrieben können unter www.gkt.biz abgerufen werden.



Im Trend: Holz selbst schlagen

Besondere "Sparfüchse" beheizen ihren Kamin zudem immer häufiger mit selbst geschlagenen Scheiten. Wer sein Brennholz selbst macht, schont zusätzlich die Haushaltskasse. Doch Vorsicht: Vor dem ersten Gang in den Wald sollte man einen Motorsägenkurs besuchen, um Sicherheit im Umgang mit den Geräten zu erlangen. Zudem ist der Kurs oft Voraussetzung für die Vergabe von Flächenlosen durch das Forstamt. Beim selbst geschlagenen Holz kommt es auf die richtige Lagerung an: Bei guter Luftzirkulation und locker aufeinander gelegt, sollte das Brennmaterial mindestens zwei Jahre lagern. Erst dann ist es trocken genug zum Verbrennen. Unter www.stihl.de gibt es mehr Informationen.

Wärmepumpen als umweltfreundliche Alternative

Nicht nur Holz ist eine lohnende und umweltfreundliche Alternative zu Öl oder Gas. Auch Wärmepumpen werden sowohl im Neu- als auch im Altbau immer beliebter. Ihre Besonderheit: Die Anlagen beziehen Energie aus der Umgebungsluft und wärmen damit das Haus. Die Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist beispielsweise mit der eines Kühlschranks vergleichbar - allerdings mit umgekehrter Wirkung: Gas wird verdichtet und wieder entspannt, dabei entsteht Wärme, mit der die Wohnräume angenehm temperiert werden. Und im Sommer kann die Pumpe sogar die Wohnung kühlen.
Auch für diese Anlagen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Unter www.waetas.de gibt es alle weiteren Informationen.