Das Bauen mit Holz hat in Europa und Deutschland eine jahrhundertelange Tradition. Es liegt mittlerweile wieder voll im Trend, denn Holz ist ein vielseitiger Baustoff mit idealen Eigenschaften.
Klimaschutz durch Wald- und Holznutzung
Die Nutzung von Holz führt zu einer langfristigen Speicherung von CO2 in den Holzhäuser, aber auch in der gesamten Wertschöpfungskette im Wald (Humus und Baumbestand), in der Holzproduktion (Lagerung und Verarbeitung) und kann durch Wiederverwendung und Recycling sogar noch verlängert werden. Nicht wiederverwendetes Holz stellt am Ende der Nutzungskette einen erneuerbaren, CO2-neutralen Energieträger da und kann in Holzheizungsanlagen oder Holzheizkraftwerken verbrannt werden. So läßt sich bei der Nutzung von Holz das Prinzip von Kreislaufwirtschaft optimal umsetzen. Bei der Holzverarbeitung entstehen praktisch keine Abfälle, sondern immer wieder verwertbare Produkte oder Energieträger, z. B. werden Sägespäne für Spanplatten verwendet oder können in Form von Holzpellets energetisch genutzt werden. So kommt es, dass auch die Energie, die für die Produktion von Holzprodukten benötigt wird (z.B. Sägewerksmaschinen, Anlagen zur Holztrocknung), oft erneuerbar in Holzheizkraftwerken auf dem Werksgelände erzeugt wird. Die durch den Menschen verursachten CO2-Emissionen können durch die Nutzung von Holz also erheblich vermindert werden. Nur zwei Drittel des jährlich nachwachsenden Holzes wird zur Zeit in Deutschland genutzt. Die Ressource Wald kann demnach noch weitaus stärker eingesetzt werden, ohne eine nachhaltige Forstwirtschaft und Holzerzeugung zu gefährden. Wer mit Holz baut, schadet nicht dem Wald, sondern handelt klima- und ressourcenschonend.
Holz ist ein High-Tech-Baustoff
Als organischer Verbundwerkstoff besteht Holz aus luftgefüllten Zellen mit dem Hauptbestandteil Zellulose und der natürlichen Kittsubstanz Lignin. Der Aufbau des Holzes formt einen Hochleistungswerkstoff mit einzigartiger Verbindung von geringem Gewicht, hoher Festigkeit und guter Wärmedämmung.
Die spezifischen Eigenschaften des Holzes in Faserrichtung sind mit denen des Stahls vergleichbar. Z.B.: Ein 1,5 Tonnen schwerer Mittelklassewagen könnte an einem Stab aus Esche mit nur einem Quadratzentimeter Querschnittsfläche aufgehängt werden. Das Material und die porige Struktur des Holzes haben neben den hervorragenden mechanischen Eigenschaften auch folgende Eigenschaften:
* gute Verarbeitbarkeit, maschinell oder von Hand
* geringe Wärmeleitfähigkeit, auf Grund derer sich Holz angenehm warm anfühlt
* gute elektrische Isoliereigenschaften und einer geringen statischen Aufladung
* Fähigkeit, ein behagliches Raumklima zu schaffen, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben
* gute akustischen Eigenschaften
Holzbauweisen
* Holzrahmenbau
* Holzskelettbau
* Massivholzbau
* Blockhausbau
* Fachwerkbau
* Holz-Beton-Mischbauweise
* Systembauweisen
In Deutschland und Ländern mit vergleichbaren Klima bot sich Holz seit jeher als leicht verfügbares und preiswertes Baumaterial an. Auf Grund seiner Entstehung liegt Holz stabförmig vor. Um auf dem Weg vom Baum zum Bauprodukt den Arbeits- und Energieaufwand gering zu halten, boten sich Bauweisen an, die das Holz in seiner Stabform nutzten.
Holz braucht keine Chemie
Holzhäuser sind ? materialgerecht geplant und ausgeführt - sehr langlebig. Zeitzeugen wie jahrhundertealte Stabkirchen in Skandinavien oder Fachwerkhäuser an deutschen Marktplätzen, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammen, sind der beste Beweis.
Trockenes Holz mit einer Holzfeuchte unter 20 % ist sicher vor Pilzen. Daher kann auch bei tragenden Holzbauteilen komplett auf chemischen Holzschutz verzichtet werden. Bedingung: Das Holz muss getrocknet eingebaut werden und trocken bleiben ? darf also weder durch Niederschläge von außen noch durch Tauwasser von innen anhaltend durchfeuchtet werden.
Sicherheit
Holzhäuser sind sicher! Wohnungsbrände werden in Holz- wie in Mauerwerksbauten in der Regel durch den Brand der Möbel und anderer Einrichtungsgegenstände und -materialien ausgelöst (z.B. Sofa und Weihnachtsbaum). Das Holz in der Konstruktion eines Hauses ist oft durch Verkleidungen wie z.B. Gipsfaserplatten mit einer hohen Brandwiderstandsdauer geschützt. Holz mit größeren Querschnitten entzündet sich schlecht. Es behält dank seiner geringen Wärmeleitung und der hitze-isolierenden Holzkohleschicht beinahe normale Temperatur in dem unverbrannten Kern und lange Zeit seine Tragfähigkeit. Holz reagiert auf Erwärmung kaum mit Dehnungen wie andere Werkstoffe: ein plötzliches Zusammenbrechen der Gesamtkonstruktion ist bei einem Holzgebäude nicht zu erwarten. Holzhäuser sind genauso sicher wie Mauerwerksbauten, dass fordert schon der Gesetzgeber durch entsprechende Maßnahmen im baulichen Brandschutz. Auch die Statistiken der Versicherungen belegen keine höhere Brandgefahr und daher brauchen für ein Holzhaus in der Regel auch keine höheren Versicherungsprämien gezahlt werden.
Quelle: u.a. Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe